So bist du nachhaltig online unterwegs

Ehrlich gesagt, denkt man beim Klimawandel nicht zuallererst an das Internet und sämtlich digitale Dienste. Beim Fliegen und beim Verkehr ist der CO2-Ausstoß einfach viel präsenter. Das Internet hingegen steht einfach immer zur Verfügung. Wir machen uns keine Gedanken darüber, wie bei der Nutzung überhaupt das Klima beeinträchtigt werden könnte.

Wusstest du, dass die Nutzung des Internets ungefähr genauso viel CO2 verbraucht, wie der gesamte Flugverkehr? Mich hat dieses vergleich ehrlich gesagt etwas überrascht. Mit so viel hätte ich nicht gerechnet.

So produziert das Internet CO2

Damit wir ständig online sein können, passieren im Hintergrund ziemlich viele Dinge. Es sind riesige Mengen an Daten notwendig, um unsere Suchanfragen anzuzeigen, E-Mails zu versenden und die gewünschten Webseiten und Apps richtig darzustellen. Diese Daten müssen wiederum irgendwo gespeichert werden. Die Server, die dafür zuständig sind werden außerdem ordentlich gekühlt und nicht zuletzt braucht der Prozess jede Menge Energie. Das Internet kommt also nicht einfach aus der Luft. 😉 Auch wenn es sich oft so anfühlt.

Hier mal ein paar Beispiele:

Das verbraucht eine Suchmaschine an CO2

Pro Suchanfrage werden ca. 0,2 – 10 g CO2 ausgestoßen. Das klingt noch nicht viel. Aber bei Google werden am Tag 200 Millionen Suchanfragen gestellt. Das sind in der Stunde über 8 Mio. Suchanfragen. Selbst wenn eine Suchanfrage wie von Google angegeben wirklich nur 0,2 g CO2 brauchen würde, wären dass immer noch über 1,6 t CO2 in der Stunde. Zum Vergleich: 1 t CO2 entspricht fast 4.900 km Autofahren. Das wäre ca. die Strecke von Berlin nach Athen und wieder zurück. Und wir sprechen immer noch von einer Stunde Google…

E-Mails haben eine ähnliche Klimabilanz wie eine Plastiktüte

Ein weiteres Beispiel: Wenn ich mir mein Postfach so ansehe, liegt da einiges, das ich bestimmt nie wieder lesen werden. So geht es mit Sicherheit den meisten von uns. Eine Mail zu versenden braucht tatsächlich nur 10 g CO2. Hört sich erst einmal nicht viel an. Die Klimabilanz einer Plastiktüte ist aber genauso hoch.

Das kannst du machen um in der digitalen Welt etwas nachhaltiger unterwegs zu sein:

  • Überprüfe regelmäßig deine Newsletter und melde unnütze Post ab.
  • Überlege dir, an wen deine E-Mails geschickt werden. Müssen wirklich alle Empfänger auf den Verteiler? Denke daran, dass in jedem Postfach deine Nachricht auch wieder gespeichert wird. Das braucht CO2.
  • Wenn du Fotos verschickst, dann bitte in niedriger Auflösung. Denn je höher die Auflösung umso größer ist auch die zu versendende Datei.
  • Entleere deinen Papierkorb regelmäßig und räume dein Postfach auf. Denke daran, die Mails darin müssen schließlich irgendwo gespeichert werden.
  • Installiere einen Spamfilter und schütze dich vor ungewollter Post.
  • Streame weniger Videos. Denn dabei werden riesige Datenmenge gespeichert und abgerufen.
  • Vermeide unnützes Surfen und lasse dich nicht ablenken. Mein Tipp: Die App Forest! Sie hilft dir dabei, konzentriert zu bleiben und sperrt für eine von dir eingestellte Zeit deine Onlinezugänge. Gleichzeitig pflanzt du dabei Bäume.
  • Bestelle weniger Dinge online. Manchmal ist es doch auch ganz schön, durch die Straßen zu bummeln und in regionalen Läden einzukaufen
  • Tausche deine Suchmaschine gegen Ecosia ein. Pro Suche fließt für so eine Suchmaschine nämlich Geld. Die Suchmaschine Ecosia verwendet die Einnahmen um Bäume zu pflanzen. Auf der Startseite siehts du jeweils deinen ersuchten Beitrag.

Wie du siehst, gibt es viele Potenzial um in der digitalen Welt nachhaltig zu sein. Noch effizienter wäre es aber, wenn die großen Konzerne mitziehen würden. Stell dir nur mal vor, alle Angestellten in Büros müssten regelmäßig ihr E-Mail Postfach leeren.

Wusstest du, dass 45 Milliarden Server in Rechenzentren ständig laufen, damit der Datenaustausch weltweit und rund um die Uhr funktioniert? Es gibt auch ein Fachwort für den CO2-Ausstoß dieser Datenmengen: Ruhende Verschmutzung.